Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht           Text/Musik: Werner Winkel

Ich wollte einfach nur so leben, weiter an dem Leben kleben, wie es war.
Meine Zeitung früh am Morgen, meine Arbeit gut besorgen, das war klar.
Jeden Mittwoch dann zum Kegeln, auch am Wochenende Regeln mit dem Sport
Für die Spannung sorgt das Fernsehn, mal mit Lotto, Spaß verstehen oder Mord.

Ich konnt` auf alles Antwort geben, Fragen, die zum Himmel schweben, gab es nicht.
Von der Liebe kann ich sagen, Sex an ganz bestimmten Tagen, das war Pflicht.
Als du fragtest nach der Rente, wenn der Tod mich von dir trennte, wusst` ich Rat.
Hab versichert Haus und Stühle, meine Seele, die Gefühle, akkurat.

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht,
Plötzlich standst du neben mir..
Hast mich dabei nur angelacht,
Ne, mein Lieber, nicht mit mir.

Hey, was hat mich da gebissen, ist das plötzlich mein Gewissen, was ist los.
Ich verliere die Kontrolle, bin schon völlig von der Rolle, fassungslos.
war doch immer unbescholten, hab` getan, was andre wollten, wo war ich?.
Manchmal hatte ich schon Pläne, wollte Rat, bekam nur Häme, lächerlich.

Ich hab` die Rechnung …

Wir wollen alles, nur nichts ändern,
weil uns der Trott am Herzen liegt.
Mit Sicherheit durchs Leben schlendern,
bis der Trott das Herz besiegt.

Ist das unser ganzes Leben. Hey, da muss es noch was geben, aber wann.
70 Jahre, bis zur Rente, zwischenzeitlich Glücksmomente und was dann.
Ne, ich will jetzt nicht mehr warten, ich wird` auf der Stelle starten, ich muß fort.
Werde meine Reise buchen, meine eignen Ufer suchen, jetzt sofort.

Ich hab die Rechnung ohne dich gemacht,
Plötzlich standst du neben mir.
Hast mich dabei nur angelacht,
Ne, mein Lieber, nicht mit mir.

Ich hab` die Rechnung …

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Lifting

Lifting     Text/Musik: Werner Winkel

In der Fußgängerzone hat vor kurzer Zeit ein neuer Laden aufgemacht
Zwischen Eisdiele, Aldi und dem Geschäft für folkloristische Tracht.
Auf dem Schild steht zu lesen: Institut für Korrektur und Plastik-Chirurgie.
Ab einem Euro gibt´s n neues Outfit für ihre Physiognomie.

Ich geh hinein, eine nette Vorzimmerdame grinst mich freundlich an
Ich bin erfreut, stelle Fragen, sie grinst immer noch, weil sie nicht anders kann.
Sie reicht mir den Katalog auf dem Titel eine Dame makellos die Proportion.
Sie sagt, im Anhang finden Sie für kleines Geld unsre Rabattsonderaktion.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting Tag, da hält uns nichts zu Haus
Mit Botox, Fett absaugen, Stretchen kennen wir uns mittlerweile aus.
Andre gehen zum Kegeln, spielen Karten oder so
Laufen um die Wette oder gehen zum Figaro
Doch uns macht Körpertuning froh.

Ich blättere im Katalog und wundere mich, was es so alles gibt.
Wie man die Körperteile einfach mal an völlig andre Stellen schiebt.
Da hat man einem Herrn das Brusthaar ganz geschickt aufs Haupt platziert.
Er geht seitdem gebeugt, hält sich bedeckt, und wirkt irgendwie reserviert.

Ein Hochglanzfoto Großformat hat meine Neugierde geweckt
Ein fremdes Wesen, denke eine Frau, ich weiß nicht, was dahinter steckt.
Das Gesicht total bedeckt, nur die Lippen riesengroß, erinnern an den Sitz vom Klo.
Und dank Zentner Silikon hat sie mächtig Holz vorm Bungalow.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

Das Wartezimmer voll, ich frage mich, was woll`n die alle nur.
Doch heute haben die im Angebot: Ohr und Nasenkorrektur.
Wie am Fließband kriegt man hier Riechorgane groß und klein und auch Rüssel angedreht.
Einem Mann wurde maschinell son Teil ans Ohrläppchen genäht.

Ich frag die freundliche Dame, ob das ein Fehler sei, sie reagiert jedoch
ziemlich ärgerlich, spürt eine Kritik, aber lächelt immer noch.
Ich spür Unbehagen, denke mir, es ist wohl besser, ich sag aufwiedersehn.
Fühle schon die Messer, und will später nicht als Zombie hier rausgehn

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

Da erschreckt mich eine Frau, ein Alien denk ich, kann ich meinen Augen traun.
Ihre Augen weit gespreizt, so kann sie zur gleichen Zeit nach allen Seiten schaun.
Das ist nötig, denn die Haut ist straff gespannt und drehen kann sie sich so nicht,
Sonst rutscht ihr aus versehen noch das Gesäß aus dem Gesicht.

Ich frag den Herrn im weißen Kittel nach den Risiken, das wär schon interessant.
Naja, es kann schon mal sein spricht er hinter vorgehaltner Hand.
Gut es gibt schon mal Probleme, manchmal kann es sein, kaum der Rede wert, nur Mut.
Dafür gibt es dann Prozente beim Beerdigungsinstitut.

Refrain: Ja, am Montag, da ist Lifting-Tag, …

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Mein Gott

Mein Gott                                                                    Text/Musik: Werner Winkel

Ich habe meinen eignen Gott,
drum trifft mich auch kein Hohn und Spott,
den man auf heilige Häupter schmiert.
Mein Gott will nicht aus mir heraus,
braucht kein Palast, kein Gotteshaus,
wo man mit Gold die Übelkeit kaschiert.

Er käme nie darauf, mich zu belehren,
geschweige denn, die zu bekehren,
die durch immer neue Himmel irren.
Sein Konterfei ziert kein Plakat.
Kein andres Medien-Format,
wird er mit seinem Wort verwirren.

Es gibt bei ihm kein Katechismus,
kein Hinweisschild, wo man jetzt hin muss.
Nein, seine Wege sind spontan.
Lässt mich durch Einbahnstraßen purzeln,
um mich wieder fest zu wurzeln.
Doch am Ende komme ich voran.

Ich kann mich sogar mit ihm streiten.
selbst dann wird er kein Zorn verbreiten.
Ihr solltet sehen, wie er dann lacht.
Doch manches Mal kann er auch weinen,
wenn wir uns lange nicht vereinen,
nach einer langen, dunklen Nacht.

Er hält sich nicht an Traditionen,
braucht keinen Zuspruch von Millionen
Er ist sich seines Daseins Wert.
Kein Mensch wird später ihn beerben,
auch nicht in seinem Namen sterben.
Sein Wort, es steht auf keinem Schwert.

Mein Gott wird niemals von mir gehen,
in mir auch keine Ängste sähen,
auch nicht vorm jüngsten Gericht.
Er droht nicht mit Höllenqualen,
zeigt auch mein Leben rote Zahlen.
Nein, er gibt mir Zuversicht.

Er träumt von keinem Paradies,
um Müßiggang mit Honig süß,
in fernen Zeiten zu erleben.
Er ist im Jetzt und nur im Hier,
so ist er permanent bei mir
und wird mir weiter Hoffnung geben.

Doch irgendwann da werde ich erkennen,
kommt der Moment, da wir uns von hier trennen.
Ich gehe fort, und du mein Gott mit mir.
Doch lieber denk`ich, du machst weiter,
denn viele brauchen ein Begleiter,
so, wie du, ich danke dir.

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